Schulpolitik á la Hohen Neuendorf: kleinmütig und fahrlässig
29. Februar 2008
Die plan- und konzeptionslose Schulpolitik in Hohen Neuendorf hat inzwischen eine lange Tradition. Diese Serie aus Pleiten, Pech und Pannen wird nun fortgesetzt. Mit dem Beschluss die neue Grundschule in der Niederheide satt drei- nur noch zweizügig zu planen hat die SVV ihre ambitionierte Schulpolitik wieder revidiert. Die in Aussicht gestellte Entlastung für den Schulstandort Waldstraße wird es nun nicht geben. Möglich wurde dieser Salto rückwärts weil die Fraktionen von PDS und SPD von ihren ursprünglichen Absichten eine dreizügige Schule mit Hort zu bauen wieder abgerückt sind und einer Vorlage der Stadtverwaltung zustimmten, die –ohne neue Argumente zu benennen, ein Abspecken der Baupläne zum Inhalt hat. Der Hort wird demnach in den Räumen der Schule untergebracht und ein separater Baukörper daher entbehrlich. Der Hortanbau sei aber nicht gestrichen, sondern nur verschoben, so ein Sprecher der SPD. Von einem Abrücken von der ursprünglichen Planung könne somit keine Rede sein.
Katz- und Mausspiel der SPD
Dieses Katz- und Mausspiel der SPD entbehrt allerdings jeder Logik. Wenn die Schule voraussichtlich im Schuljahr 2009/10 fertig sein wird, zieht dort die dann bis zur 5. Klasse gefüllte Grundschule aus der Roten Schule ein. Ein insgesamt dreizügig geplantes Gebäude hätte dann noch 7 Klassenräume „frei“ (wir gehen mal davon aus, dass die Schule in den Jahrgangsstufen 2-5 zwei- und in der dann in der Niederheide neu einzuschulenden ersten Klasse dreizügig sein wird). Das würde für einen Hort (Klassen 1-4) wohl gerade reichen. Aber schon ein Jahr später wird es wieder eng und man müsste anfangen, über den Anbau nachzudenken. Eine entsprechende Planung jetzt nicht zu beauftragen macht also nur Sinn, wenn man in der Niederheide von einer zweizügigen Grundschule ausgeht. Grundschule wird damit in Hohen Neuendorf auch in Zukunft unter zu engen und unbefriedigenden Bedingungen satt finden. Der Trend zur kostenpflichtigen Privatschule, die in der Regel weit besser ausgestattet ist, wird damit nicht umgekehrt sondern im Gegenteil noch verstärkt.
Oberschule - Mit dem Rücken zur Wand
Dem gleichen Schicksal wird auch die Borgsdorfer Oberschule anscheinend nicht entgehen können. Schon jetzt wissen alle, das das Gebäude zu klein ist, für einen Anbau gab es im Rahmen der Investitionsplanung 2009-2011 keine Mehrheit in der SVV. Während die Konkurrenz massiv ausbaut: Gesamtschule in Mühlenbeck erhält eine gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule in Birkenwerder einen modernisierten Anbau. In beiden Schulen kann nicht nur die mittlere Reife sondern auch das Abitur abgelegt werden. Nur wer in diesen beiden Schulen nicht genommen wird, muss also nach Borgsdorf. Und das sind dem Schulentwicklungsplan des Landkreises zur Folge zukünftig mindestens 2-3 Klassen pro Jahr. Diese Schule braucht also dringend ein inhaltliches Konzept und die baulichen Voraussetzungen, dieses umzusetzen. Ein von der Oberschule einberaumtes Krisengespräch im Januar machte diese Situation noch einmal deutlich. Da die SVV anscheinend nicht in der Lage ist, diese Führungsschwäche auszugleichen, erwarten wir von der neuen Verwaltungsspitze hier unverzüglich zu Handeln und ein Konzept vor zu legen.
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